Die Abwrackprämie hat den Autoverwertern in Mecklenburg-Vorpommern jede Menge Arbeit beschert.
ANIKA HOEPKEN - Ostseezeitung vom 23.11.2009 - 23.11.2009
Eschborn/Rostock (OZ) - Bei den Autoverwertungen in Mecklenburg-Vorpommern türmen sich die Schrottautos. Auf den Plätzen stehen die Fahrzeuge übereinander gestapelt. Um die Arbeit bewältigen zu können, wurden in vielen Betrieben neue Mitarbeiter eingestellt, wie eine OZ-Umfrage ergab.Doch der Schrottpreis ist im Keller.
Link zur Webseite der Ostsee Zeitung
„Im vergangenen Jahr standen hier zwischen 500 und 600 Autos. Jetzt sind es 2500“, berichtet Eckhard Wohlgemuth, Chef der AEW Autoverwertung Rostock. Und er ist kein Einzelfall: Auf dem Gelände der Abschlepp-Harry Verwertungs- GmbH in Neu-Roggentin (Kreis Doberan) türmen sich 1500 Autos, 2008 waren es maximal 500. Uwe Uschmann, Inhaber der Autoverwertung Samtens auf Rügen, zählt rund 400 Fahrzeuge, mehr als das Doppelte im Vergleich zum vergangenen Jahr. Bei Detlef Salomon, Besitzer der DAPA Autoverwertung Duvendieck im Landkreis Nordvorpommern, haben die Mitarbeiter sogar sonnabends gearbeitet, um die Autoberge zu bewältigen. Ein Gelände dazu mieten, das habe er glücklicherweise nicht müssen. „Wir haben aber jede erdenkliche Fläche genutzt.“ Grund für den Ansturm auf die Schrotthändler: die Abwrackprämie. Obwohl das Rennen um die 2500 Euro schon seit dem 3. September gelaufen ist, hat die Arbeit für die Autoverwerter nach diesem Stichtag erst richtig begonnen. Denn wer vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) den Reservierungsbescheid für die Prämie bekommen hat, hatte neun Monate Zeit, um seinen alten Wagen zu verschrotten.
„Zunächst waren es nur sechs Monate. Aber da gerade im August ein Boom auf Kleinwagen einsetzte und es bei vielen Herstellern zu Lieferschwierigkeiten kam, haben wir die Frist auf neun Monate verlängert“, erklärt Christoph Witte, Pressesprecher des BAFA. Somit sei der Stichtag zur Verschrottung für die zuletzt eingegangenen Anträge der 2. Juni 2010.
Sind die Autoverwerter also die Gewinner der Prämie? „Ob ich überhaupt mit einem Plus da rausgehe, kann ich erst im nächsten Jahr sagen“, meint Detlef Salomon. Und selbst wenn es ein Plus gebe, stehe das in einem Verhältnis zur Mehr-Arbeit.
Das Problem sei der Schrottpreis. Gab es im vergangenen Jahr für eine Tonne noch etwa 200 Euro, sind es jetzt zwischen 30 und 80 Euro. „Das ist das Gesetz des Kapitalismus. Das Verhältnis von Angebot und Nachfrage“, erklärt Autoverwerter Uwe Uschmann. Das gleiche Problem gebe es bei Ersatzteilen. Der Markt sei überschwemmt. Die Modelle Golf III, VW Polo, Corsa B und Ford Fiesta GFJ seien die am häufigsten abgewrackten Fahrzeuge.
Bisher wurden nach Informationen des BAFA 3,3 Milliarden Euro von dem insgesamt fünf Milliarden ausgezahlt. Somit bekamen etwa 1,32 Millionen Autofahrer bereits die 2500 Euro. 1,9 Prozent der ausgezahlten Prämien flossen nach Mecklenburg-Vorpommern (Stand: Ende September). 15 000 Bewerber stehen noch auf der Warteliste. „Wir haben sowohl Stornierungen als auch Ablehnungen“, berichtet Christoph Witte vom BAFA. „Die Chancen sind relativ hoch, dass die meisten die Prämie bekommen. Wann, kann ich aber nicht sagen.“
ANIKA HOEPKEN
[zurück]
Eschborn/Rostock (OZ) - Bei den Autoverwertungen in Mecklenburg-Vorpommern türmen sich die Schrottautos. Auf den Plätzen stehen die Fahrzeuge übereinander gestapelt. Um die Arbeit bewältigen zu können, wurden in vielen Betrieben neue Mitarbeiter eingestellt, wie eine OZ-Umfrage ergab.Doch der Schrottpreis ist im Keller.
Link zur Webseite der Ostsee Zeitung
„Im vergangenen Jahr standen hier zwischen 500 und 600 Autos. Jetzt sind es 2500“, berichtet Eckhard Wohlgemuth, Chef der AEW Autoverwertung Rostock. Und er ist kein Einzelfall: Auf dem Gelände der Abschlepp-Harry Verwertungs- GmbH in Neu-Roggentin (Kreis Doberan) türmen sich 1500 Autos, 2008 waren es maximal 500. Uwe Uschmann, Inhaber der Autoverwertung Samtens auf Rügen, zählt rund 400 Fahrzeuge, mehr als das Doppelte im Vergleich zum vergangenen Jahr. Bei Detlef Salomon, Besitzer der DAPA Autoverwertung Duvendieck im Landkreis Nordvorpommern, haben die Mitarbeiter sogar sonnabends gearbeitet, um die Autoberge zu bewältigen. Ein Gelände dazu mieten, das habe er glücklicherweise nicht müssen. „Wir haben aber jede erdenkliche Fläche genutzt.“ Grund für den Ansturm auf die Schrotthändler: die Abwrackprämie. Obwohl das Rennen um die 2500 Euro schon seit dem 3. September gelaufen ist, hat die Arbeit für die Autoverwerter nach diesem Stichtag erst richtig begonnen. Denn wer vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) den Reservierungsbescheid für die Prämie bekommen hat, hatte neun Monate Zeit, um seinen alten Wagen zu verschrotten.
„Zunächst waren es nur sechs Monate. Aber da gerade im August ein Boom auf Kleinwagen einsetzte und es bei vielen Herstellern zu Lieferschwierigkeiten kam, haben wir die Frist auf neun Monate verlängert“, erklärt Christoph Witte, Pressesprecher des BAFA. Somit sei der Stichtag zur Verschrottung für die zuletzt eingegangenen Anträge der 2. Juni 2010.
Sind die Autoverwerter also die Gewinner der Prämie? „Ob ich überhaupt mit einem Plus da rausgehe, kann ich erst im nächsten Jahr sagen“, meint Detlef Salomon. Und selbst wenn es ein Plus gebe, stehe das in einem Verhältnis zur Mehr-Arbeit.
Das Problem sei der Schrottpreis. Gab es im vergangenen Jahr für eine Tonne noch etwa 200 Euro, sind es jetzt zwischen 30 und 80 Euro. „Das ist das Gesetz des Kapitalismus. Das Verhältnis von Angebot und Nachfrage“, erklärt Autoverwerter Uwe Uschmann. Das gleiche Problem gebe es bei Ersatzteilen. Der Markt sei überschwemmt. Die Modelle Golf III, VW Polo, Corsa B und Ford Fiesta GFJ seien die am häufigsten abgewrackten Fahrzeuge.
Bisher wurden nach Informationen des BAFA 3,3 Milliarden Euro von dem insgesamt fünf Milliarden ausgezahlt. Somit bekamen etwa 1,32 Millionen Autofahrer bereits die 2500 Euro. 1,9 Prozent der ausgezahlten Prämien flossen nach Mecklenburg-Vorpommern (Stand: Ende September). 15 000 Bewerber stehen noch auf der Warteliste. „Wir haben sowohl Stornierungen als auch Ablehnungen“, berichtet Christoph Witte vom BAFA. „Die Chancen sind relativ hoch, dass die meisten die Prämie bekommen. Wann, kann ich aber nicht sagen.“
ANIKA HOEPKEN
[zurück]
Nachrichten