In Sachsen werden 70.000t Bleiakkus jährlich aufbereitet
Steffen Jankowski - 13.11.2009 

Muldenhütten Recycling erweitert Anlage
Berzelius-Gruppe investiert 2 Millionen Euro - Jährlich können jetzt 70.000 Tonnen Blei-Säure-Akkuschrott aufbereitet werden

Hilbersdorf [Freiberg/Sachsen]. Die Muldenhütten Recycling und Umwelttechnik GmbH (MRU) hat am Freitagnachmittag die Erweiterung ihrer Anlage zur Aufbereitung von Bleiakkumulatoren offiziell in Betrieb genommen. "Recycling wird immer mehr eine Kernkompetenz Sachsens", erklärte Ministerpräsident Stanislaw Tillich, der als Ehrengast in das Industriegebiet an der Mulde gekommen war. Dabei nähmen die Berzelius-Gruppe, zu der MRU gehört, und die TU Bergakademie Freiberg eine bedeutende Rolle ein, anerkannte der CDU-Politiker.

In nur fünf Monaten Bauzeit waren nach den Worten von MRU-Geschäftsführer Martin Fischer eine neue Lager- und Verladehalle, ein Absetzbecken, ein Wasch- und Trennsieb, ein Filtratbehälter sowie eine neue Kammerfilterpresse aufgebaut worden. Die Investitionshöhe lag nach Angaben des Unternehmens bei 2 Millionen Euro. "Wir haben durch die Erweiterung unsere Kapazität von 55.000 Tonnen auf 70.000 Tonnen Akkuschrott pro Jahr erhöht", freute sich MRU-Altgeschäftsführer Hans-Peter Behrendt.

Die Berzelius-Gruppe mit Hauptsitz im rheinischen Braubach habe sich in der Krise für den Ausbau der Anlage in Muldenhütten entschieden und ihn durchgezogen, betonte Stefan Buch von der Holdinggesellschaft, "weil die Blei-Säure-Starterbatterie in der Fahrzeugindustrie derzeit unschlagbar ist". Umso unverständlicher sei es für die Unternehmensgruppe, warum die Europäische Union so vehement an einem Bleiverbot arbeite und ein perfekt funktionierendes System zerschlagen wolle. "Wir haben ein nahezu vollständiges Recycling; das ist bei anderen Batterietypen noch nicht einmal ansatzweise erkennbar", sagte Geschäftsführer Fischer auf dem Rundgang im Betrieb.

Von Steffen Jankowski
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